Bühnenkunst
Vorstellung von zwei seltenen Büchern aus der Sammlung des Abubakir-Instituts und Vorführung des Films „Diane de Poitier“ mit Roger Moore in der Hauptrolle.
Der deutsche Schriftsteller Hans Staden vermittelt uns in seinem 1557 erschienenen Buch „Nackte Wilde und Menschenfresser“ eine andere Realität Brasiliens vor Augen, als die, die wir anhand des Tupinamba-Dorfes und des „edlen Wilden“ – inspiriert durch das Buch „L’Entrée d’Henri II à Rouen“ (1551) und die „France Antarctique“ in Brasilien – dargestellt haben.
Diese beiden seltenen Bücher werden anhand ihrer materiellen Merkmale beschrieben: Blattgold bei „L’Entrée d’Henri II“ und Stiche, ein hervorstehender Einband sowie Exlibris, um die verschiedenen Besitzer dieses weltweit fast einzigartigen Buches aus der französischen Renaissance nachzuvollziehen. Aus derselben Zeit stammt ist das Buch von Hans Staden zwar nicht gebunden, gehört jedoch zu den ersten gedruckten Ausgaben aus dem Jahr 1557 in Deutschland – wenige Jahre, nachdem Hans Staden 1547 in Ubatuba, zwischen Rio und São Paulo, von den Tupinambas gefangen genommen und beinahe verschlungen worden wäre.
Um die Darstellung völlig zu wechseln, entführt uns der Film „Diane“ (1956) – also über Diane de Poitiers, die Erzieherin und Geliebte Heinrichs II. – in eine romantische Welt, in der die Französische Antarktis in Vergessenheit gerät, mit Roger Moore in der Rolle des Heinrichs II. Der König hegt eine Leidenschaft für seine Geliebte Diane de Poitiers, die älter ist als er und eine Rivalin von Katharina von Medici, seiner Ehefrau, die ihren Mann trotz seiner Untreue dennoch liebt. Roger Moore pflegte zudem eine besondere Beziehung zu Crans-Montana; man kennt ihn vor allem in der Rolle des James Bond, aber kaum als historische Persönlichkeit wie König Heinrich II. Wir wollten daher die verschiedenen Facetten der Geschichte eines heute etwas in Vergessenheit geratenen Königs, Heinrich II., in dem seltenen Buch aus der Sammlung von Frank und Flavia Abubakir sowie im Kino der Mitte der 1950er Jahre beleuchten.
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